tarker Wind blies uns ins Gesicht. Jeder Tritt in die
Pedale kostete ungewöhnlich viel Kraft. Als die Straße sich
gen Süden wand, minderte sich der Widerstand des Windes. Jetzt
kämpften wir gegen die Bergsteigung. In einem Bistro neben der
Straße holten wir uns bei kühlem Bier und Eis neue Kraft. Nur
Einheimische hielten sich hier auf. Mit einem Mann an der Theke
kamen wir schnell ins Gespräch. Er lud uns zu seinem Haus an der
Küste ein, doch das Verlangen, den Berg zu bezwingen, siegte.
Es war trocken und heiß während des Aufstiegs, und die Sonne brannte unerbärmlich. Wir traten tief in die Pedalen und durchquerten eine karge Berglandschaft. Die Berge glichen riesigen Schutthalten ohne jegliche Vegetation. Die Straße schlängelte sich immer höher am Hang entlang. Immer wieder machten wir Halt, um aus unseren Wasserflaschen zu trinken und erneut Sonnencrem aufzutragen. Die Nähe der Sahara wurde hier spürbar.
Die Landschaft schien sich endlos so weiterzuziehen, doch dann, hinter einer Biegung tauchte in einem Tal plötzlich ein Ort auf. Beim Abstieg knabberten wilde Bergziegen an den kleinen Grasbüscheln, die die rote Erde hier übersäten.
Mit Betancuria trat wieder menschliches Leben in Erscheinung. Und gleichzeitig änderte sich auch schlagartig die Natur. Die schroffen spitzen Felswände wichen lieblichen abgerundeten Berghängen. Zu ausgedörrten Dornen- und Grasbüscheln gesellten sich Kakteen, Akaziensträucher und Kokospalmen.
Ganz im Kontrast zum Landesinneren stand der Strand von Jandia im Süden von Fuerteventura. Er war wirklich das Badeparadies schlechthin. Der weiße feine Strand reichte kilometerweit in der Längsausdehnung und war bei Ebbe fast einen halben Kilometer breit. Wir führten die Räder ein Stück auf dem vom Meer festgebackenen Streifen Sandes entlang und genossen den Wind, den salzigen Duft und die endlose Weite. Menschen, die uns begegneten wirkte anfangs wie kleine Punkte, die allmählich immer größer wurden.
Um einen Zeltplatz zu finden, verließen wir den Rand des Meeres und näherten uns den etwa 400 Meter entfernt liegenden Dünen. Auf der ersten leicht windgeschützten Erhebung neben einem Strauch bauten wir unser Zelt auf. Der Abend schloß mit einem herrlich rosa gefärbtem Himmel über dem Horizont. In der Nacht mußte ich aus dem Zelt heraus. Es war eine klare Nacht, der Himmel war übersät mit Sternen. Sie spiegelten sich irgendwie im Sand vor meinen Füßen. Beim näheren Hinsehen verstand ich warum. Eine endlose Wasserfläche breitete sich vor mir aus, sie wurde von der Erhebung begrenzt, auf der unser Zelt stand. Das Meer war in der Nacht bei Flut vorgedrungen und hatte die gesammte Sandfläche, die wir tagszuvor überquert hatten, überschwemmt.
Fuerteventura ist ein Badeparadies, vor allem der zirka 500 Meter breite Sandstrand Jandia im Süden. Überall an der Küste sieht man die leuchtenden Segel der Windsurfer. Im Landesinneren überwiegt die Gebirgslandschaft, deren Aussehen von orangefarbenen mehr oder weniger kahlem Gestein bestimmt wird. In den Flußniederungen triff man auf oasenartige Landschaft, von Palmen dominiert.
Rad: Wie der Name schon sagt, ist der Wind auf Fuerteventura sehr stark. Die Straßen sind zwar meistens gut ausgebaut, aber relativ schmal und die Autofahrer ziemlich rücksichtslos. Auf den wenigen Nebenstraßen ist der Verkehr eher schwach. Am schlimmsten fanden wir die Küstenstraße im Süden.
Nach Corralejo
übergesetzt, dann Küstenstraße nach Süden, bei Punta del Tarajalito in Richtung La Olivia abgedreht. Starker Gegenwind aus Westen. Von La Olivia immer weiter Straße in Richtung Südwesten, an Betancuria und Párjara vorbei bis La Pared. Dann bis Esmeralda Jandia an der Südostküste. Weiter bis Casas de Buitihondo. Zurück bis Lalajita, die Nebenstrecke nach Tuineje. Über ANtiqua nach Casas El Almacigo. Von La Olivia nach El Cotillo und an der Küste nach Corralejo.