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Der Dampfkessel

as stinkt ja wie in einer Kokerei! - Das war de Kommentar meines Paten als wir mit dem Wagen über einem Tal im Kerligarfjöll hielten. Trotz Niesels bließ der Wind die schwefeligen Schwaden bis auf den Berg.

Ich stieg entlang des markierten Pfades ins Tal. Der etwa 60° steile Lehmhang lud förmlich zum Ausrutschen und Abstürzen ein. Auf Island werden die Wegmarkierer nicht für die Dummheit der Wanderer zu Verantwortung gezogen.

Unten angekommen bot sich mir ein atemberabendes optisches und akustisches Spektakel. Es pfiff und zischte, rauschte ud fauchte. Aus dem Boden stiegen unzählige Dampsäulen auf, Erdlöcher stießen regelmäßig Dampfwolken aus und überall kochten kleine Pfützen. Es schien, als hätte man unzählige Dampflokomotiven in dem bunten Schlamm verbuddelt, die sich mit aller Macht zu befreien versuchten.

Ich wanderte das Tal ab. Langsam kristallisierte sich eine Idee bei mir heraus, trotz der Schwefeldioxidschwaden wollte ich hier übernachten. Ich berührte den Boden mit der Hand. Rote, orange und dunkelgelbe Stellen waren kalt. Hellgelbe, graue und blaue dagegen warm bis heiß. Fußbodenheizung im Zelt - dachte ich mir.

Ich stieg wieder auf und wollte meinen Paten überreden, im Tal mit mir zu übernachten oder zumindest herunterzusteigen und dem grandiosen Naturschauspiel eine Referenz zu erweisen. Er lies sich nicht dazu bewegen. "Da ersticke ich ja!" - argumentierte er dagegen.

Als ich meinen Entschluß verkündete, alleine im Tal zu übernachten, versuchte er alles, um mich davon abzubringen. Seiner irrationellen Angst vor plötzlichen Gasaustritten war mit keinem Argument beizukommen. Ich wollte auf das Erlebnis jedoch nicht verzichten. So verabredeteten wir uns für den Nachmittag des Folgetages. Er fuhr zu der zuletzt gesehenen Bergstation zurück, während ich mit dem Rucksack ins Tal stieg.

Die Idee mit der Zeltbodenheizung gab ich schnell auf, zu ungleichmäßig war die Temperaturverteilung des lehmigen Bodens. Ich wollte kein Loch im Zeltboden, Isomatte oder gar Schlafsack riskieren. Eine Sandbank bot sich als Alternative an. Da dabei das Zelt auch sauber bleiben würde, zog ich sie vor. Der vom Schnee gespeiste Bach sollte nicht plötzlich anschwellen. Er müßte sein Volumen mindestens verfünffachen, und der lose Steg über den Bach deutete daraufhin, daß sogar eine Verdopplung unwahrscheinlich war.

Die Sandbank erwies sich als ein kleiner Schwindel. Es war eine dünne Sandschicht, die der Bach beim Höststand abgesetzt hat. Darunter waren Steine. Ich fluchte, daß meine Zeltnägel beim Flug verschütt gegangen sind und band das Zelt an Steinhaufen fest.

Am Morgen unternahm ich eine Wanderung über die umligenden Rhyolith-Hügel. Vorsichtig tastete ich mich über die blauen Abschnitte. Plötzlich im heißen Schlamm steckenbleiben wäre sicher für mich nicht so lustig. Der Boden war zum Glück weitgehend nur oberflächlich weich. Hinderlicher erwiesen sich auch kleine Bäche. Meist zu breit, um bei den rutschigen Ufern zu überspringen, zu tief, um mit Wanderschuhen zu durchwaten. Dazu fielen stellenweise die glitschigen Lehmufer fast senkrecht ins Wasser.

Eine dampfende Höhle fauchte mich an, als ich in sie reinschauen wollte. Der überhitzte Dampf flöste mir Respekt ein. Ich verzichtete auf einen zweiten Blick. Dafür lies ich mich auf einem warmen und trockenen Erdfleckchen nieder, wärmte mich auf und beobachtete die Gegend. Der große Bach im Tal kochte an einer Stelle im Vorbeifließen auf, trotz der hohen Stromgeschwindigkeit. Das brachte mich auf eine Idee. Ich setzte meinen Becher mit Wasser über ein hei&szli;es Loch. Auch wenn der Tee etwas nach Schefel schmeckte, die Gaudi war es Wert. Beim Teetrinken fielen mir die Dampfschwaden über einem kleinem Zufluß auf dem anderen Ufer des großen Baches auf.

Ich nahm mein Badetuch, entledigte mich der Schuhe, krempelte die Hose hoch und watete zum anderen Ufer. Meine Vermutung hatte mich nicht getäuscht. Der Bach war ca. 30°C warm. Überall wuchsen prächtige Bakterien- und Algenkolonien. Ich mußte an das Archaikum denken, als Stromatholiten die Erde beherrschten. In einer tieferen Mulde machte ich es mir bequem und wässerte mich über eine Stunde aus. Als es mir anfing kühl zu werden, trocknete ich mich ab und stieg aus dem Tal wieder raus, um meinen Paten zu treffen.
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Um Island zu bereisen, muß man wetterfest sein. Es gibt kaum richtigen Regen, dafür einen Niesel und kalte Feuchtigkeit die überall reinkriecht. Wenn es Sonne gibt, ist es herrlich, solange man in keinen Staubsturm kommt.

Für die Fahrt mit dem Rad gilt: Entfernungen in Island sind bis vier mal größer als die Kilometerzahl vermuten lässt. Besonders im Hochland können schon mal 20km eine heftige Tagesetappe sein. Auf der Ringstraße (zumindest auf dem Großteil dieser) und auf vielen Straßen um die großen Städte kommt man mit einem Rennrad gut zurecht. Beschränkt man sich allerdings nur auf die Ringstraße bekommt man von Island recht wenig mit. Im Inland sind breite Reifen angesagt. An manchen Stellen helfen auch diese nicht - ums gelegentliche Schieben kommt man nicht rum. Trotzdem kein Grund das Inland zu meiden. Ist eine Straße im Innland gesperrt, heißt das meist nur, daß man mit serienmäßigen Geländewagen eher nicht durchkommt. Für Fuß-, Pferd- und Radreisende ist der Unterschied zwischen einer nach dem Winter wiederhergestellten Straße und einer, die noch nicht gewartet wurde nur bei Hochwasser von Bedeutung. Auskünfte hierzu sollte man vorab einholen. Auch wenn man vor einem zu tiefen Fluß umkehren kann, kann schon am Ufer Treibsand zur Gefahr werden.

Zur Navigation braucht man vor allem eine gute Karte - Wanderkarten die Island in 87 Blätter aufteilen sind zwar teuer, aber für nichtmotorisierte Reisende im Inland unentbehrlich. Für die Ortsbestimmung reicht meist das Anpeilen von paar markanten Gipfeln. Trotzdem ist es nicht zu empfehlen in Island zum ersten Mal Navigation zu lernen. Ein Kompaß ist vonnutze, um in Wolken oder Nebel den Kurs zu halten. Dabei darf man die Mißweisung von ca. 20° nicht vergessen. In Bergen sollte man im Nebel nur dann weiterreisen, wenn man genau weiß, was man tut. Kurze Wanderungen kann man auch ohne Kompaß unternehmen.

Sachen zum Mitnehmen

Sandalen um in Flüßen zu waten. Wanderstöcke für denselben Einsatzzweck. Auch Radreisende werden sich über die mitgenommenen Wanderstöcke freuen. Außerdem ein Tau von mindestens 5m Länge, noch besser doppelt so lang. Dieses sollte man für die Assekuranz beim durchwaten von mehr als knietiefen Gewässern benutzen.

Das ein Wasserfilter auf Island vonnutzen sein könnte, hätte ich nicht gedacht. Man braucht natürlich keinen Bakterienfilter, sondern einen Schlamm- und Steinefilter den man sinnigerweise aus einem Schwamm und Kaffefilter bastelt.

Reisearten

Am schönsten ist es zu Fuß, dann mit dem Rad oder zu Pferd. Nur so erlebt man Island wirklich.

Eine Reise mit dem Auto sollte nur als Vorerkundung oder bei verminderter körperlicher Leistugsfähigkeit angepeilt werden. Dann aber sollte man einen Geländewagen mit verbesserter Geländegängigkeit wählen. So einer macht das Vorankommen streßfreier.
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von Keflavik über Grindavik, Trölladyngia, Reykyavik, Botnsheiði, þingvellir,Geysir, Gullfoss, Kerligarfjöll, Öldur, Blönduós, Sauðárkrókur, Drangey, Reykyadiskur, Akureyri, Goþafoss, Reykjahlið, Veggir, Askja, Sigurðarskali, Hvannalindir, Þríhyrnigsfjallgarður, Slæðufoss, Egilsstaðir, Fáskrúðsfjörður, Höfn, Jökursarlón, Breiðarlón, Skeiðarársandur, Eldgjá, Landmannalaugar, Selfoss, Eyrarbakki, Hveragerði, Nesjavellir, Mosfellsheiði, Reykyavik, Ögmundarhraun, Grindavik, Bláa Lónið zurück nach Keflavik.

Was sich besuchen lohnt und nicht so offensichtlich ist: die Blaue Lagune und ein deutsches Caffe an der 96 bei Breiðdalsvík.

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Zur Zeit reisen wir mit dem Fahrrad um die Welt.

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