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Schutzengel am Tangkuban Perahu

m Tag vor unserer Abreise aus Bandung entschlossen wir uns, zu einem kleinen Ausflug in die nähere Umgebung. Ein Hotelangestellter empfahl uns, die heißen Quellen von Ciater zu besuchen. Sie stellten hier einen beliebten Ausflugsort dar.

Wir nahmen einen Becak zu den Quellen. Dort fanden wir einen tropischen Garten mit leuchtenden Blütenstauden, exotischen Grünpflanzen, die sich an Dinosauriaskulpturen schmiegten und kleinen Teichen. Ein heißer Strom ergoß sich über Katarakte und kleine Wasserfälle in mehrere Becken, wo er dampfend abkühlte. Viele Besucher ließen ihre Beine in dem heißen Wasser baumeln oder fotografierten sich gegenseitig davor.

Danach hatten wir noch viel Zeit für einen schönen Spaziergang durch das malerische Gebiet. Wir beobachteten Teepflanzerinnen bei der Arbeit. Die leuchtenden bunten Punkte inmitten des grünen Pflanzenmeeres winkten uns freundlich zu. Dann kamen wir zu einer Abzweigung, die zum Gipfel des Vulkans Tangkuban Perahu führte. Beim Hochlaufen erblickten wir zum ersten Mal freilebende Affen. Sie angelten sich von Baum zu Baum und stießen laute Schreie aus.

Am Rande des Plateaus bedeckte weißer Staub den Boden. Der Vulkankrater hatte eine ungewöhnliche Form, es handelte sich um einen Zwillingskrater, der in der Mitte durch eine Wand geteilt war. Am vorderen Rand des Kraters waren Souvenirläden für Touristen aufgestellt, der weitaus größere Teil wurde jedoch von dichtem Wald begrenzt. Eine Wolke hatte sich über dem Wald festgesetzt und vernebelte dort die Sicht. Der Krater selbst war ein gähnender Abgrund, dessen Innenwände mit gelblich-bläuliche Schwefelablagerungen bedeckt waren. Schon vor langer Zeit hatte dieser Vulkan seine Aktivität aufgegeben, und so war es ungefährlich hier herumzuschlendern.

Bei weiteren Erkundungen entdeckten wir, daß der durch den Zwillingskrater führende Grat begehbar war. Ein bischen aus Langeweile schlenderten wir in diese Richtung. Am hinteren Ende des Weges befand sich eine Geröllhalde, die bis zum Kraterrand der gegenüberliegenden Seite reichte. Wir hatten beide Lust auf eine kleine Kletterpartie, und so dauerte es nicht lange, bis wir auf die andere Seite des Vulkans gelangten.

Die Wolke war inzwischen zu uns herübergewandert. Wir hatten nur noch Sicht bis auf wenige Meter. Rundherum war tiefster Regenwald. Und es war still. Kein Vogel zwitscherte. Kein Affe schrie. Wir standen auf einem Pfad, der nach links sich dicht am Kraterrand wand und leicht abschüssig war. Teilweise führte er ein Stück in den Krater hinein. In Anbetracht der schlechten Sicht entschieden wir uns für den einfacheren Weg durch den Wald.

Der Pfad wand sich durch dichtes Unterholz, lange Äste neigten sich tief über uns, lianenartige Gewächse wanden sich um die mächtigen Baumstämme. Engelstrompeten in Baumhöhe säumten unseren Weg, ihre Blütenkelche verströmten eine süßlichen, betörenden Duft. Es machte Spaß, diesem einsamen Weg zu folgen.

So wanderten wir Stunde um Stunde durch den Dschungel. Wir liefen über ansteigendes und dann wieder über abschüssiges Gelände, erblickten dann wieder den Saum eines Kraters. Und wir fragten uns, ob dies wohl der Tangkuban Perahu oder ein ander Vulkan war. Auf eine Kreuzung oder eine Abzweigung waren wir bisher noch nicht gestoßen.

Langsam bemächtigte sich unser ein unwohles Gefühl. Liefen wir etwa immer im Kreis? Oder führte der Weg durch ein Waldgebiet und nie aus ihm heraus? Gab es denn hier keine menschlichen Siedlungen? Ich schaute auf die Uhr. Es würde nicht mehr lange dauern bis zur Dämmerung, und was war dann? Ein paar freche Mücken hatte ich schon auf meinen Armen totgeschlagen, vielleicht gab es hier noch mehr Getier von dem wir keine Ahnung hatten. In der Dunkelheit wären wir den Blutsaugern und anderen nächtlichen Jägern schutzlos ausgesetzt.

Wir zogen unser Schrittempo an, ja, wir liefen fast durch das Dickicht, das nun eine bedrohliche Form für uns angenommen hatte. Überall nichts als Wald. War es ein Fehler gewesen, sich in den Wald zu begeben?

Dann, eine Weile später standen wir am Rand eines weiten Tals. Vor uns ein Stück abgeholzten Gebiets. Wir atmeten kurz auf. In der Ferne konnte wir nun auch Zeichen menschlichen Lebens vernehmen. Man hörte den Muezzin zum Gebet aufrufen. Der wir wußten, nur der Hall des Tales brachte die weitentfernte Stimme zu uns herüber.

Doch ein innerer Antrieb ließ uns nicht ruhen, und so marschierten wir weiter. Die Dämmerung setzte ein, noch immer waren wir ohne Hoffnung. Dann plötzlich tauchten wie durch ein Wunder zwei Scheinwerfer vor uns auf. Wir rannten so schnell wir konnten zu diesen Augen in der Finsternis hin. Wir erkannten einen LKW und hörten die brummenden Motorengeräusche. Er stand mitten im Schlamm. Und der Fahrer, der eben noch an den Reifen gearbeitet hatte, war im Begriff zu fahren. Er bemerkte uns in letzter Sekunde. Mit der den Javanesen eigenen Freundlichkeit bot er uns eine Mitfahrgelegenheit an. Während der Autofahrt blieb ich sehr still. Ich brauchte einige Zeit, um wieder aufnahmefähig für meine Umwelt zu werden. Ein Schutzengel hatte uns heute davor bewahrt, die Nacht im Wald zu verbringen.

Am frühen Abend kamen wir in Bandung an. Wir holten unser Gepäck an der Rezeption unseres Hotels ab und begaben uns zum Bahnhof. Tagszuvor hatten wir uns bei der Bahn nach der Abfahrtzeit des Tageszugs nach Yogyakarta erkundigt. Der Zug sollte erst gegen 22 Uhr 30 fahren. So hatten wir noch etwas Zeit und bummelten langsam zu Fuß durch die belebten Straßen, wo ein Standverkäufer neben dem anderen seine herrlich duftenden Brätereien verkaufte.

Als wir am Bahnhof unsere Fahrkarten kaufen wollten, klärte uns der Angestellte am Schalter auf, daß der Zug um 22 Uhr 30 schon seit Jahren nicht mehr fährt, wir müßten wohl bis zum nächsten Morgen warten. Ungläubig starrte ich ihn an. Seine Auskunft wirkte wie ein Schock auf mich, stand sie doch im Widerspruch zu der Information, die wir vorher erhalten hatten. Er zuckte mit den Schultern und lächelte in asiatischer Manier. Schon im Fortgehen bemerkten wir einen Zug am Bahnsteig stehen. Nur aus Neugierde fragte ich den Angestellten, wohin dieser Zug wohl fahren würde. Seine Antwort lautete nach Yogyakarta. Mit Unverständnis aber Erleichterung lösten wir unsere Fahrkarten und beeilten uns zu dem Gefährt. Noch bevor die Pfeife des Schaffner zur Abfahrt trällerte, hatten wir unsere Sitzplätze gefunden.
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Indonesien ist unserer Meinung nach ein gutes Einstiegsland für Leute, die noch nie in Asien waren. Wir haben Java und Bali besucht. Eigentlich hatten wir mehr Inseln eingeplant, doch in Bali klebten wir dann fest.

Es gibt eine sehr leckere und gemüsereiche Küche. In Restaurants wird meistens erst dann mit dem Kochen angefangen, wenn die Gäste gewählt haben. Die Landschaft ist tropisch und wird von Reisfeldern, Palmen und Stauden, zum Beispiel mit Bananen, bestimmt. Vulkankrater ragen vielerorts empor.

Die Menschen sind freundlich und zurückhaltend. Es gibt vielerlei exotische Früchte wie Salaks, Durian, Bananen mit Kernen, Riesenpapayas, saftige Mangos und Jackfrucht.

Die Kultur Indonesiens ist vielfältig. Bali hat seinen hinduistische Religion bis heute erhalten. Doch auch auf dem moslemischen Java finden hinduistische Tanzvorstellungen, wie z.B. das Ramayama-Balett statt. Neben der Gamelan-Musik, den traditionellen Hahnenkämpfen, dem Tanztheater und dem Schattenspiel gibt es herrliche hinduistische Tempel zu besichtigen.

Bei Yogyakarta befindet man den größten buddhistischen Tempel der Welt. Dort kann man auch den Palast des Sultans besichtigen und mehr über die Naturreligionen Javas erfahren. Es gibt einen sehenswerten Vogelmarkt, außerdem ist Yogyakarta ein Zentrum des Kunsthandwerks, vor allem für hochwertige Batikarbeiten.

Radfahren und Wandern: kann man auf beiden Inseln gut, vor allem auf Bali.
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Von Jakarta mit dem Taxi nach Bogor. Von Borgar mit dem Bus nach Bandung. Ausflug in den Norden nach Ciater und zum Tangkuban Perahu.

Mit dem Zug nach Yogyakarta. Ausflügen nach Borobodur und Prambanan, zum Merapi. Mit dem Bus nach Banyuwangi.

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Zur Zeit reisen wir mit dem Fahrrad um die Welt.

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