m späten Nachmittag kamen wir mit der Fähre von Fuerteventura auf Lanzarote
an. Im nächsten Supermarkt kauften wir noch schnell etwas Eßbares ein und brachen
dann zu den uns bekannten Playas de Papagayo auf, um dort zu übernachten.
Unterwegs durchquerten wir ein weites Schotterfeld. Jedesmal wenn ein Wagen an uns vorbeirauschte, wirbelte er eine große Staubwolke vor uns auf und wir hielten jedesmal. Mehrmals trennten wir uns ein wenig, da jeder sich den vermeindlich besten Weg über das Wellblech oder Sandabschnitte suchte. Nach kleinen Umwegen erreichten wir bald den Strand.
Am Badestrand der Playas de Papagayo tummelten sich überall Sonnenanbeter und Wasserratten, und auch ein paar Zelte waren hier und da aufgestellt, wahrscheinlich für eine Übernachtung am Strand. Uns zog es zu der kleinen Bucht in der Nachbarschaft. Zu Fuß war sie nur bei Ebbe erreichbar, ansonsten versperrten Felsvorsprünge den Zugang. Stück für Stück transportierten wir unser Gepäck sowie die Räder über die im Meer versinkenden Gesteinsbrocken, während die Wellen um uns schlugen.
Die Bucht war ein sandgefüllter Einschnitt in der felsigen Steilküste. Vom Land her war sie nur für erfahrene Kletterer erreichbar. Wir konnten ziemlich sicher sein, daß uns hier niemand stören würde. Die Spuren im Sand deuteten darauf, daß die Bucht bei Flut nicht ganz überflutet wurde. Das Wetter war klar, nichts deutete auf einen Wetterumschwung mit Sturm und so entschlossen wir uns zu bleiben.
Bei einem herrlichen Sonnenuntergang genossen wir den Abend. Das Meer rauschte, Möwen kreischten, das Feuer unseres Kochers flackerte und bereitete uns ein köstliches Mahl. Der Mond zeichnete sich immer klarer am blauen Himmel ab. Bei einsetzender Dämmerung gingen wir nocheinmal Schwimmen. Bei jede Bewegung leuchteten tausend winzige Punkte an der Wasseroberfläche im Widerschein der Abendsonne auf. Vergnügt plätscherten wir durch diesen glitzernden Schleier und fragten uns wie er entsteht. Mit bloßem Auge konnte man nichts als klares Wasser erkennen, es mußte sich um abertausende mikroskopischer Algen handeln.
Unterdes rückte das Meer stetig vorwärts. Beim Blick in den Himmel wurde mir auf einmal bewußt, daß wir Springflut hatten. Besorgt schaute ich auf unser Zelt, das wir tief in der Bucht, direkt vor der hinteren Felswand auf einer kleinen Anhöhe aufgestellt hatten. Bis dorthin waren es nur ein paar Meter. Würde das Wasser vor unserem Nachtlager haltmachen oder alles fortschwemmen? Wir waren gefangen, alle Auswege aus der Bucht waren versperrt. Über die Gesteinsbrocken am Rande der Bucht schwappten unaufhörlich die Wellen.
Die Nacht verlief unruhig. Ein Gedanke kreiste unaufhörlich in meinem Kopf, würde das Wasser es bis zu uns schaffen oder nicht? Kein Mensch würde die Schreie von Ertrinkenden hier hören, sie würden unter dem Getose der Wellen untergehen. Wasser spritzte gegen das Zelt. Panikartig öffnete ich den Eingang. Eine Welle war bis auf wenige Dezimeter vorgeprescht. Ich war bereit, auf die Felswand zu klettern, das Zelt hinter mir herschleifend.
Ich setzte mich an den Eingang und beobachtete den weiteren Fortgang des
Geschehens. Die Zeit verging, doch die Wellen rückten nicht mehr vor. Mir schien,
daß ihre Kraft sogar etwas nachgelassen hatte. Die Ebbe hatte wohl eingesetzt.
Erschöpft und endlich beruhigt, ließ ich mich wieder auf mein Nachtlager fallen
und schlief durch bis zum Morgen.
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Auf Lanzarote wächst nichts außer ein paar mikrigen Kakteenarten, wenn man es nicht hegt und pflegt. Die Insel ist ein riesiger Schutthaufen von schwarzem und rotem Lavagestein sowie bunter Asche. Nicht ohne Grund dient Lanzarote als Filmkulisse für Szenen, die auf dem Mond spielen.
Sandstrände gibt es vor allem im Süden und im Westen, sonst reicht das schwarze Lavagestein meist bis an die Küste. Erstaunlicherweise schaffen es ein paar Winzer, einen sehr leckeren Wein anzubauen. Wir fanden einen aus in Torrecilla de Domingo sehr lecker. Einfach beim Winzer reingekurvt, gekostet, mitgenommen.
Für Fahrradfahrer: Man kommt mit dem Rennrad bestens voran, die Straßen sind gut. Mit breiteren Reifen kommt man auch auf den unbefestigten Straßen zurecht. Die paar wenigen Steigungen sind mit einer Entfaltung von etwa 3.5 metern zu bewältigen. Wir empfanden mit Gepäck 3m als ausreichend. Ein Mountainbike ist nicht erforderlich, kann aber abseits der Straßen viel Spaß machen.
Sehenswert ist der Nationalpark von Timanfaya, wo sich das jüngste Lavagestein der Insel befindet. Bei El Papagayo, im Süden der Insel haben wir die schönsten Strände gefunden.
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Vom Flughafen über die Autobahn nach Arecife, durch die Stadt, küstennahe Straße nach Los Zocos Kreisverkehr. Über die Piste nach Las Honduras, bei Los Roferos auf die Hauptstraße, weiter nach El Cortijo Richtung Norden.
Küstenstraße am Malpais de la Coorona vorbei bis Orzola. Nach Süden zurück zur Hauptstraße, dann nach Haria und Teguise. Zum Playa de Famara, an der Küste nach La Caleta, weiter nach Sóo, Tinajo.
Durch den Nationalpark Timanfaya nach Yaiza. Vn Yaiza an die Küste nach El Golfo und La Honduras bis zur Hauptstraße. Hauptstraße nach Playa Blanca zur Fähre.
Auf der Rückfahrt von Fuerteventura nach Papagayo, von dort die Schotterpiste an der Küste entlang Richtung Norden. Über das Gebirge nach Femés und Mácher. Dort unter Umgehung der Autobahn an El Bebederro vorbei zum Flughafen.