ir machten einen Abstecher zum Bergkloster von Lluc, das
sich unweit der Paßstraße im Norden von Mallorca befand. Dort
wimmelte es nur so von Touristen. Eine Führung löste die nächste
ab, die beiden Freiluft-Cafes waren zum Bersten voll von
besonnenbrillten und eingeölten Touristen. Lange hielt es uns
an diesem Ort nicht.
Ein paar Kilometer weiter nahmen wir die Abzweigung nach Sa Calobra, einem Ort an der Küste. Nachdem wir das letzte Bergmassiv vor der Küste erklommen hatten, hatten wir eine atemberaubende Aussicht auf ein tief einfallenden Hang, der sich an seinem Fuße im weiten Ozean verlief. Auf diesem Hang schlängelte sich eine Straße in weit ausholenden Serpentinen. Winzige Autos und Busse konnte man vom Gipfel aus erkennen, wie sie sich entlang der grauen Linie fortbewegten.
Beim Herunterfahren drückte ich permanent energisch die Bremse. Es war eine gefährliche Abfahrt. Die Befestigungen an den Seiten der Straße fehlten. Eine falsche Lenkung und man wäre vielleicht Hunderte von Metern in die Tiefe gestürzt. Die Schmalheit der Straße zusammen mit den oft überholenden Autos und Touristenbussen erschwerten die Fahrt noch erheblich. Wir waren erleichtert, als wir nach der langsamen Abfahrt unten angekommen waren.
Sa Calobra ist nur über diese eine Straße auf dem Landweg zugänglich. Es gibt keine Unterkunftsmöglichkeiten für Touristen. Der Ort ist nur aufgrund einer Sehenswürdigkeit entstanden, dem Torrent de Parreis. Tagtäglich werden Besucher nach Sa Calobra gekarrt. Gegen 17 Uhr treten die letzten Touristenbusse die Heimreise an. Dann schließen auch die wenigen Gastronomiebetriebe und die Einheimischen verlassen fluchtartig den Ort.
Wir kamen am Nachmittag an und setzen uns in ein kleines Restaurant mit Meerblick und guten Fischgerichten. Die letzten Touristenschwärme zogen an uns vorbei. Bald waren wir auch im Lokal nur noch von Einheimischen umgeben. Dies war der richtige Zeitpunkt, um die Sehenswürdigkeiten des Ortes zu besichtigen.
Durch einen in Fels geschlagenen Tunnel gelangten wir zum Torrent de Parreis. Dies war die einzige Verbindung zur Außenwelt. Wir befanden uns in einem Klammtal mit mächtigen hochaufragenden Felswänden, die zum Meer hin leicht auseinanderliefen. Nur zwei Felsen schoben sich wie eine Art Tor an den Seiten ein Stück vor das Meer. Dazwischen befand sich ein kleiner Strand mit dem feinsten weißen Sand. In die andere Richtung liefen die Massive immer weiter zusammen und nahmen gleichzeitig an Höhe leicht ab. Der Sonne gelang es, nur einen Teil des Massivs zu bescheinen, der größere Teil des Tals versank im Schatten des gegenüberliegenden Felsens.
Das Tal gehörte nun uns für den Rest des Abends. Wir badeten in dem türkisfarbenen glasklaren Wasser, dann genossen wir auf dem Strand einen herrlichen Sonnenuntergang bei einer Flasche Rotwein. Ab und zu hörte man die Bergziegen meckern, die Frösche aus den kleinen Teichen des Tals quaken. Die Geräusche hallten laut an den Felsen wieder. In der Einsamkeit des Abends wirkte das mächtige Tal viel beeindruckender als am Tag.
Am Morgen des folgenden Tages machten wir einen Streifzug talaufwärts. Dort breitete sich mehr und mehr Felsklötze und Geröll aus. Das Gestein hatte mit der Zeit seltsam bizarre Formen angenommen. Manchmal war es nicht leicht, sich einen Weg durch die teilweise meterhohen Gesteinsbrocken und die Wasserlaachen zu bahnen.
Gegen 10 Uhr trudelten die ersten staunenden Touristen wieder
ein. Der Strand war im Nu gefüllt mit lärmenden Schulklassen. Der
Zauber war vorbei. Es war Zeit für uns aufzubrechen. Wir nahmen
die Fähre nach Port de Soller.
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Lange Zeit sind wir nicht nach Mallorca gefahren wegen des Rufs, der der Insel vorauseilt. Mit dem Fahrrad haben wir sie jedoch als sehr schön und interessant empfunden. Die Touristenorte haben wir dabei allerdings weitgehend gemieden.
Unterkunft braucht man erst vorort zu buchen, in den Touristenorten gibt es mehr als genug davon. Wir waren mit dem Zelt unterwegs. Viele Gebiete sind als privat abgesperrt, aber wir haben immer ein Plätzchen gefunden. Notfalls kann man immer noch einen Bauern fragen. Der Boden ist hart und steinig, man sollte eine Zeltunterlage mitnehmen. Und Vorsicht beim Kochen. Die Brandgefahr ist sehr groß.
Die Einheimischen sind nett und distanziert Touristen gegenüber, es hilft, wenn man etwas Spanisch spricht.
Orte, die uns besonders gefallen haben:
Der gebirgige Norden mit seiner Abfahrt nach Sa Calobra, der
Torrent de Parreis, der steinige Strand von Alcúdia mit Blick
auf das Cap de Formentor. Im Süden beeindruckte uns der Botanische
Garten mit den zahlreichen Kakteenarten und das Cap de les Salines.
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Vom Flughafen über die Autobahn nach S'Arenal. Weiter Landstraße an der Küste nach El Doradoo, Punta D'En LLobera, S'Estanyol, Ses Salines und herunter zu Cap de ses Salines. Richtung Nordwesten soweit es an der Küste möglich war.
Von Sa Torre de Canyamel im Osten ins Landesinnere nach Arta. Von Alcúdia zum Cap de Pinar. Nach Norden nach Port de Pllencia. Hinter Escorcia herunter nach Sa Colobra zur Küste. Fähre nach Port de Sóller. Über Bunyola, Santa Maria, Algaida und Llucmajor zurück nach S'Arenal und zum Flughafen.