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Naßkalte Tage auf den Lofoten

ie Fähre brummte während der Überfahrt. In der Ferne sahen wir eine langgezogene Inselkette vor uns. Die schneebefleckten Bergspitzen vermischten sich mit der dicken grauen Wolkenschicht, die den Himmel bedeckte. Es sah nach kühlem Wetter aus auf den Lofoten.

Die Fähre legte an der Insel Moskenesøya an. Es gab nur eine Straße, die einen Großteil der Inselkette durchquerte, so hatten wir wenig Auswahl. Die meiste Zeit führte sie an der Küste entlang. In Moskenesøya grenzten fast alle Orte an diese Straße. Die bunten Holzhäuser der Fischerdörfer wirkten sauber und gepfegt. In jedem Ort gab es Gestelle, an denen Stockfisch zum Trocknen hang, was bei der hohen Regenhäufigkeit wahrscheinlich sehr lange dauerte. Der Hauptabnehmer für den Stockfisch soll Italien sein.

Die Landschaft war rauh. Auf einer Seite der Straße türmten sich die dunklen Berge hoch auf, auf der anderen befand sich eine flache, bemooste Uferzone, die mit Wasserlaachen überzogen war und abschnittweise große Geröllfelder aufwies.

Eine Möwenkolonie hatte sich an einigen Felsen neben der Straße niedergelassen. Ihre Zahl war groß. Sie nisteten in den Nischen und auf den Felsvorsprüngen. Einige Möwen zogen laut kreischend ihre Bahnen über das Meer. Wind und Kälte machten diesen Tieren des Nordens scheinbar nichts aus. Auch vor Menschen zeigten sie wenig Furcht. Einige Vögel landeten in unserer Nähe und blieben auch am Platz, als wir uns ihnen für ein Photo näherten.

Am Abend kehrten wir in ein Fischrestaurant in Ramstein ein. Aus der reichhaltigen Speisekarte wählten wir Seeteufel und Heilbutt aus, womit wir einen guten Griff getan hatten, denn es schmeckte köstlich. Der Besitzer des Hotelrestaurants staunte über die Jahreszeit, zu der Radfahrer seine Insel besuchten. Radfahrer gehörten immer zu den ersten Urlaubern, die sich gegen Ende des Winters auf die Lofoten trauten. Mindestens zwei Wochen später wagten sich die ersten Autofahrer auf die Inseln, denen in Abständen Motorradfahrer und schließlich auch Wohnmobilfahrer folgten. Gerade letztere waren ja besonders auf schönes Wetter angewiesen.

Beim Weiterfahren kämpften wir gegen starken Wind an. Mit unseren Südwestern strotzten wir dem aufgekommenen Regen. Der Weg führte uns über einen Berg. Dann setzten wir mit einer Fähre über nach Vestvagøy, der nördlich anschließenden Insel. Die dunkle Wolkendecke hatte sich über uns festgebissen, aber irgendwie machte es uns nichts mehr aus. Eine Fröhlichkeit kam sogar bei uns auf.

Wir steuerten in Leknes den Campingplatz an, der sich auf einem Hügel befand. Er wirkte menschenleer. Weder irgendwelche Anzeichen von Gästen noch der Inhaber waren irgendwo zu erkennen. Das Gelände war jedoch nicht abgesperrt. Da es spät in der Nacht, zirka 2 Uhr war, wollten wir uns niederlassen und am nächsten Tag einchecken. Fast der ganze Platz lag unter einer tauenden Schneedecke, auf dem Boden war das Zelten deshalb undenkbar. So stellten wir unser Zelt auf der Veranda einer Blockhütte auf. Am nächsten Morgen entdeckten wir noch einen anderen Radfahrer auf dem Campingplatz. Offiziell hatte der Zeltplatz noch geschlossen. Wir erfuhren von dem Besitzer, daß der erste Radfahrer dieses Jahres vor zwei Wochen bei ihm zeltete.

Den Gimsøystraumen durchquerten wir in einem Tunnel, der unter dem Wasser hindurchführte und mehrere Kilometer lang war. Nach einer steilen Bergabfahrt führte die unterirdische Straße ebenso steil wieder bergauf. Der Asphalt war glitschig. Wir fuhren langsam, um nicht auszurutschen. Ein muffiger Gestank begleitete uns bis zum Ausgang.

Auf der nächsten Insel zelteten wir am Hang mit Blick aufs Meer. Der Himmel war jedoch verhangen. Am Morgen wurde ich von Gesteinsbrocken wach, die in der Nähe unseres Zeltes herunterrollten. Einer dieser Brocken hätte einen Menschen erschlagen können.

Wegen des zunehmenden Regens entschlossen wir uns zur zeitweisen Weiterfahrt mit dem Frachtschiff gen Norden.
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Skandinavien und vor allem der nördliche Teil sind ideal für Fahrradreisen. Es gibt wenig Verkehr, die Straßen sind glatt und verlaufen größtenteils durch Waldgebiete, in denen immer wieder Seen auftauchen. Man kann überall in der freien Natur zelten. Im Sommer gibt es jede Menge verschiedene Beeren, im Herbst unzählige Pilze zu sammeln.

Orte sind nicht so zahlreich, und so kommt es schon mal vor, daß für zwei Tage eingekauft werden muß, je weiter im Norden, desto öfter. Die Preise sind in Norwegen am höchsten, in Finnland am niedrigsten, allerdings immer noch höher als in Deutschland.

In ganz Skandinavien, aber vor allem in Norwegen, sollte man wasserfest sein. Das Gebirge fängt jegliche Feuchtigkeit, die vom Meer herangetragen wird, auf. Ende April, Anfang Mai ist in Lappland der Winter zu Ende, der Sommer beginnt mit 27 Grad zwei Tage später. Dies ist die beste Jahreszeit zum Reisen, denn einen Monat später kommt schon die Mückeninvasion. Im Herbst regnet es immer wieder, manchmal nieselt es sogar tagelang.

Um ein Bier zu trinken, muß man nach Tromsö fahren, die nördlichste Universitätsstadt der Welt. Dort kriegt man im Blue Rock Cafe Bayer-Bier zu trinken, das nach Mineralwasser schmeckt. Die Brauerei wurde ehemals von einem Leverkusener gegründet.

Während Norwegen durch seine Fjorde und die schroffe Gebirgslandschaft beeindruckt, überwiegen in Schweden und Finnland sanftere Gebirgszüge mit vielen Seen. Die nordfinnische Landschaft ist etwas bizarrer und wilder als die schwedische. Wahrscheinlich haben sich deshalb dort ein paar Braunbären erhalten;-) Ich errinnere mich an bunte Moosteppiche in einer Sumpflandschaft.

In Lappland gibt es keine Attraktionen. Außerhalb der Ortschaften ist es überall gleich schön und einsam. Ein Urlaub zum Meditieren und zu sich selbst kommen.
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Bis Oslo mit der Fähre, dann Zug bis Røros, von dort mit dem Fahrrad bis Trondheim und dann mit dem Postschiff bis Nesna. Von Nesna die Küstenstraße nach Bodø.

Von Bodø übergesetzt nach Reine, Südlofoten. In Leknes abgebogen auf Seitenstraße nach Valberg. In Svolver zurück aufs Festland. Von Finnsnes über die küstennahen Straßen nach Tromsø.

Von Tromsø mit dem Schiff um das nördliche Festland herum aber südlich vorbei an Magerøya aber nördlich von Kinnarodden bis Kirkenes. Von Kirkenes aus nach Neiden.

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Zur Zeit reisen wir mit dem Fahrrad um die Welt.

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