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Die Haken des Pauschalurlaubs

ch freute mich über das schöne Appartement, das ich an der Rocha Brava in einem Feriendorf bezog. Überall standen weißgetünchte Häuser im regionalen Stil mit leuchtenden Blumenbeeten davor und großen Terassen, die auf Wiesen mit mediteranen Bäumen und Pflanzen führten. Angeblich war die Anlage gut belegt, doch ich sah kaum einmal Menschen auf den Wegen spazieren gehen. Nur hin und wieder schaute ein ernstes Gesicht aus einem der Fenster, ohne zu grüßen.

Das Feriendorf war direkt neben einem wilderen Teil der Algavenküste gelegen. Die schroffen, zerklüfteten Felsformationen beeindruckten mich sehr. Besonders am Abend, wenn die Sonne ihren Schein auf die gerillten Wände fallen ließ, schimmerten das sonst rote Gestein in einem kräftigen Orange-Goldton. Der Wind bließ in dieser herben Landschaft ununterbrochen. Ich spazierte gerne jeden Tag durch dieses Gebiet, beobachtete die schreienden Möwen, kämpfte mich durch Zwergwälder oder versteckte mich in einer kleinen Höhle und hörte einfach dem Gesang des Meeres zu.

Nach ein paar Tagen unternahm ich Tagesausflüge in die nähere Umgebung. Sobald man die Hauptverkehrsadern hinter sich gelassen hatte, wurde die Landschaft ansehlich, sogar schön. Dann säumten Zitronen- und Orangenbäume die Fahrbahn und verströmten einen erfrischenden süßlichen Duft. Manchmal floßen förmlich Bänder aus weißen Margariten neben der Straße entlang. Dahinter erstreckte sich oft weites Acker- oder Weideland.

Im Landesinneren war die Landschaft hügelig. Ich fand einen großen See, nur einige Kilometer von der Küste entfernt, der von sanften bewaldeten Bergen eingerahmt war. Ein paar portugiesische Wanderer begegneten mir auf den steinigen Wegen am Rand des Sees. An einem hochgelegenen Punkt fand ich ein Ausflugscafe mit allerhand exotischen bunten Vögeln in Käfigen. Von dort hatte man einen Panoramablick über den ganzen See.

Am letzten Tag meines Aufenthalts entschloß ich mich, mit dem Fahrrad zu dem 45 Kilometer entfernt liegenden Flughafen zu radeln, da der Transport von Fahrrädern vom Reiseveranstalter nicht vorgesehen war. Mein Gepäck sollte der Touristenbus am Hotel auflesen. Es war alles mit der Reiseleitung vorort abgesprochen, und so setzte ich mich schon früh am Morgen aufs Rad und begann meine Fahrt auf der ziemlich befahrenen Hauptstraße gen Süden. Erst am Strand von Faro machte ich eine längere Pause.

Beim Eisessen lernte ich einen anderen Radfahrer kennen, der seit ein paar Tagen auf dem Campingplatz von Faro wohnte. Wir verbrachten einige Stunden am Strand mit Baden, Geschichten erzählen und in die Sonne schauen. Als es für mich Zeit wurde, begleitete er mich noch ein Stück zum Flughafen. Es war die schönste menschliche Begegnung, die ich in diesem Urlaub hatte.

Am Flughafen paßte ich den Bus des Reiseveranstalters ab. Ich nahm mein Gepäck in Empfang und hörte von den anderen Urlaubern, daß der Fahrer sich anfangs geweigert hatte, ohne mich loszufahren. Er wollte nicht glauben, daß ich mit dem Fahrrad zum Flughafen geradelt war. Mit einiger Überzeugungsarbeit, schaffte das Personal und die anderen Reisenden, ihn endlich zur Abfahrt zu bewegen.
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Bei Portugal habe ich nach langer Zeit wieder den Fehler gemacht, eine Pauschalreise zu buchen. Abgesehen davon daß es unnötigerweise mehrere hundert Mark teurer war, war ich die ganze Zeit an einem Ort, einem Feriendorf gefesselt. Obwohl es einige Besucher dort gab, war das Interesse an Kontakten äußerst gering. Hätte ich nicht mein Fahrrad dabeigehabt, hätte ich mich arg gelangweilt. Nach diesem Urlaub ist es mir bisher nicht wieder passiert, daß ich von zu Hause aus gebucht hätte.
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Vom Flughafen Faro mit dem Touristikbus nach Porches, weiter zur Küste nach Rocha Blanca. Ausflüge nach Portimão mit dem Bus hin und dort eine Schiffstour entlang der Küste gemacht.

Fahrradausflüge in die Umgebung: zum Barragem de Arade, über Silvas zu den Quellen von Monchique, nach Carvoeiro.

Darüberhinaus Wanderungen an der Rocha Blanca.

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Zur Zeit reisen wir mit dem Fahrrad um die Welt.

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