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Ein Fest zu Ehren des Heiligen

inige Stunden nach Sonnenuntergang verließen wir mit Ali, unserem Gastgeber und dem Lokalreporter von Fatipur Sikri, das Hotel. Draußen auf dem Vorplatz zum Tor war großer Trubel. Ein kleines hölzernes Riesenrad war die Attraktion der Kinder. Die Marktstände wurden von einfachen Glühbirnen erhellt. Unzählige Menschen schlenderten über den sandigen Platz. Die Frauen in ihren leuchtenden Saris verwandelten die Menschenmassen in ein Meer bunter Farben.

Geruhsamen Schrittes begaben wir uns hinauf über die große Treppe. Zusammen mit dem darüber thronenden Tor wirkte sie wie der Eingang zu einer gewaltigen Festung. Oben war der eigentliche Platz des Geschehens. Am Toreingang ließen wir wie alle Besucher die Schuhe stehen. Der heilige Boden durfte nur barfuß betreten werden.

Hier erwartete uns ein noch größeres Marktgetummel. Wir bahnten uns einen Weg vorbei an Süßwarenständen, Tuchhändlern, Räucherwerkverkäufern und anderen. Alle verkauften Waren dienten zu Opferzwecken. Uns interessierte das Zentrum der Aktivitäten, das Mausoleom des Heiligen Mannes. Es war aus weißem Marmor erbaut. Am heutigen Festtag wurde es von Girlanden und bunten Lichterketten geschmückt. Manche Lampen blinkten einer Lichtorgel gleich. Einst hatte der Heilige Mann dem Maharadscha einen großen Dienst erwiesen. Bis heute werden er uns seine Nachfahren nun von den muslimischen Gläubigen in Fatipur Sikri geehrt.

Im Mausoleum lag ein feiner Duft von Sandelholzräucherstäbchen. Blumenopfer, Schalen mit Obst und Reis waren vor dem Sarkophag aufgestellt. Zahlreiche Frauen drängten sich davor. Einige knieten nieder und murmelten Gebete. Andere breiteten bunte, mit Gold bestickte Tücher auf dem Sarkophag aus, wo bereits ein ganzer Stapel von dargebrachten Tüchern lag.

Draußen schallte lebhafte Musik aus den Lautsprechern. Wir begaben uns zu den Arkadengängen am Rand des Platzes, wo sich die meisten Menschen knubbelten. Viele saßen dicht gedrängt in ihre Wolldecken gehüllt am Boden. Picknickkörbe standen daneben. Ein paar Meter weiter hörten wir Live-Gesang und das Spiel auf Tabla und Harmonium. Die Musikgruppe war jedoch hinter einer Menge Menschen verborgen, die von außen ein Oval formte.

Ali ergriff seine Kamera und bahnte sich einen Weg durch die Menge. Alle machten ihm bereitwillig Platz - und auch seinen beiden Begleitern. In der Mitte saß ein weißgekleideter Priester. Er war geschmückt mit einer Blumengirlande aus orangen und roten Blüten, auf dem Haupte trug er einen zylinderförmigen weißen Hut als Zeichen seines Würde. Auf der gegenüberliegenden Seite, wenige Schritt entfernt, spielten die Musiker.

Nach jedem Stück trat ein Zuschauer in den Mittelgang, ergriff die Hand einer anderen Person und zog sie mit sich zu dem Priester. Sie verbeugten sich und der eine legte Geldscheine vor die Füße des würdigen Mannes. Nach einer Geste der Zustimmung entfernten sich die zwei Zuschauer wieder. Der Priester reichte die Scheine dem weißgekleideten alten Mann an seiner Seite, der das Geld zu der Musikgruppe brachte. Dieser Vorgang wiederholte sich aber und abermals. Je besser eine Gruppe spielte, desto höher war der Erlös. Das zusammengetragene Geld diente öffentlichen Zwecken, wie dem Erhalt des Mausoleums und der Baudenkmäler von Fatipur Sikri.

In den Arkadengängen des Platzen fanden sehr viele solcher Zeremonien statt. Ali verschaffte uns jedes Mal einen guten Zugang zum Geschehen. Vor ihm teilte sich der Schwarm in zwei Teile, wir folgten ihm. Die ehrwürdigen Männer ließen sich auch von mir wohlwollend fotografieren.

Gegen 2 Uhr nachts verabschiedeten wir uns von Ali, der noch ein paar Schnappschüße für die Morgenausgabe des Regionalblattes brauchte, und kehrten zurück ins Hotel. Am Abend war Nebel aufgestiegen und hüllte nun die Treppe hinunter in den Ort in ein weißes Nichts. Wir konnten nur drei bis vier der steilen Absätze vor uns erkennen. Bei Abstieg tauchten immer wieder Gestalten aus dem Nebel auf, die auf der Treppe in zusammengekauerter Stellung und reglos dasaßen. Die Feier ging noch bis zum frühen Morgen des nächsten Tages.
 
Hier ein weiterer Auszug aus unserem Rajasthan-Tagebuch:
Begegnung mit frechen Rhesusaffen in Sariska

 
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Rajasthan ist das Land der Könige und Paläste. In keinem anderen indischen Staat gibt es so viele Paläste wie hier. Einige der schönsten haben wir unterwegs gesehen, die kaum Erwähnung in den Reiseführern fanden, zum Beispiel in Deeg und Ajmer.

Ein bischen vorsehen muß man sich mit dem Essen, da hier nicht so viel Wert auf Sauberkeit gelegt wird. Es ist jedoch kein Problem abgepacktes Wasser kaufen. Am gesündesten ist es immer, wenn frisch gekocht wird, in vielen indischen Restaurant herrscht jedoch die Gewohnheit, morgens zu kochen und bei Nachfrage immer wieder neu aufzuwärmen. Auf diese Weise hat Roland sich eine Darmgrippe in Jaisalmer zugezogen.

Neben den eindrucksvollen Palästen gibt es in Rajasthan auch viele kunstvolle Jaintempel, Havelis und Moscheen zu besichtigen. Aber es sind nicht nur die Bauwerke die beeindrucken, das Leben an sich ist so exotisch für europäische Augen, daß schon das allein eine Reise wert ist. Die reichgeschmückten Frauen in den bunten Saris, die Zeitungspapier kauenden Kühe auf den Straßen, das Markttreiben, die Tempelzeremonien.

Radfahren:

Das Kastendenken ist in den Indern tief verwurzelt, auch wenn es politisch schon vor langer Zeit abgeschafft wurde. Dies spiegelt sich auch im Straßenverkehr wieder. An den Hauptverkehrsadern des Landes sieht man alle paar Kilometer ein Verkehrsopfer liegen, seinen es tote Tiere, angefahrene, umgekippte Autos, Fahrräder oder Karren. Beobachtet man den Verkehr, so wundert es kaum. Bei Radfahrern wird generell nicht ausgewichen.

Wenn dieselben auf Landstraßen nicht schnell genug auf den sandigen Seitenstreifen ausweichen, hat es sie eben erwischt. Während Lkws bei breiteren Straßen den freien Platz noch nutzen, rattern Busse ohne Rücksicht auf Verlust geradeaus durch. Dafür haben sie die lautesten Hupen.
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Von Delhi mit dem Taxi nach Jhunjhunun, weiter mit dem Fahrrad nach Mandawa, Fatehpur, Ratangarh und Bikaner. Weiter nach Phalodi, dort Abstecher an Kichean, zurück und weiter nach Pokaran und Jaisalmer.

Mit dem Bus über Jodhpur nach Ajmer. Mit dem Fahrrad nach Pushkar, nach Parbatsar im Norden, weiter nach Sambhar und Jaipur. Über Amber und Partabgarh zum Sariska-Tigerreservat. Nächste Stationen Alwar, Deeg, Bharatpur. Besuch des Keoladeo Nationalparks. Fahrt nach Agra, auf dem Rückweg Fatehpur Sikri. Von Bharatpur mit dem Taxi nach Delhi.

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Zur Zeit reisen wir mit dem Fahrrad um die Welt.

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