Der Paß über den Wolken
eryem, Günay und ich kamen mit unserem gemieteten Fiat Palio in dem beliebten Erholungszentrum Uzungöl, in der Nähe der Schwarzmeerküste an. Wir waren etwas enttäuscht, da die viel gerühmte Landschaft uns nicht sonderlich beeindruckte. Sie glich einem gewöhnlichen Tal mit Seeeinschluß, wie man es von Österreich her viel schöner kannte.
Schon nach kurzem Aufenthalt zog es uns weiter. Uzungöl liegt verkehrsstrategisch in einer Sackgasse. Wir wollten aber nicht den selben Weg zurück und uns einen Umweg von zirka 50 Kilometern sparen.
So fragten wir nacheinander zwei Händler am Straßenrand nach dem kürzesten Weg, um nach Bayburt zu gelangen, dem nächstgrößeren Ort südlich von Uzungöl. Von dort führten mehrere Straßen weiter in den Süden.
Beide Männer wiesen uns den Weg über den Berg am westlichen Rand des Sees von Uzungöl. Sie warnten uns vor der steinigen Piste. Der eine riet uns, nur im ersten oder zweiten Gang zu fahren und vorsichtig zu sein. Beide meinten letztendlich jedoch, daß der Weg gut zu fahren sei, und so folgten wir diesem Rat.
Die Schotterpiste begann schon bei den ersten Metern des Aufstiegs, der Weg war höchstens drei Meter breit und Fahrspuren waren in den Boden eingegraben. An zwei breiteren Stellen kamen uns Wagen entgegen, die wir kurze Zeit vorher haben hochgefahren sehen.
Der Weg schlängelte sich am Berg entlang, schnell erreichten wir Höhe. Wir schauten rechts tief hinunter ins Tal, bald war der See von Uzungöl hinter den Felswänden verschwunden. Unser steiniger und steiler Weg führte weiter bergauf und erlaubte uns meistens, nur im ersten Gang zu fahren.
Ein Erdrutsch hatte den Weg an einer Stelle zugeschüttet. Ein Lkw war gerade dabei die Steine beiseite zu schaffen. Einer der Arbeiter erzählte uns, daß er zwanzig Jahre in Deutschland gelebt hatte. Er war glücklich, Leute aus seiner zweiten Heimat zu treffen. An dieser Stelle überholte uns ein Pkw. Der Fahrer war ortskundig und wollte auch nach Bayburt. Er bot uns an, vorzufahren und uns zu führen. Er warnte uns, daß es unterwegs mehrere Abzweigungen gäbe, an denen man sich verfahren könnte.
Wir stiegen immer höher und höher. Die Siedlungen unten im Tal wurden ganz winzig. Bald hatten wir die Wolkengrenze erreicht, und es ging immer noch bergauf. Einmal beim Gangwechsel vom zweiten in den ersten Gang blieb der Wagen für einen Moment lang stehen. Auch mein Herzschlag schien für einen Augenblick auszusetzen.
Schließlich erreichten wir eine Alm mit vielen kleinen Holzhäuschen, doch Menschen erblickten wir dort kaum. Die meisten Häuser wirkten unbewohnt. Sie hatten keine Fenstergläser und Bretter lagen verstreut herum. Hier oben gab es keine Bäume mehr, sie hatten einer kargen Wiesenlandschaft Platz gemacht.
Dann, fast an der höchsten Stelle des Berges war der Weg zu Ende. Eine Schutthalde versperrte uns die Weiterfahrt, dahinter verlief sich die Piste in einer Wiese. Es blieb nichts anderes übrig, als umzukehren.
Unser Führer wollte nun einen anderen Weg ausprobieren. Unterwegs verschwand der Wagen vor uns immer wieder im Dunst der Wolken, wenn er etwas schneller vorankam als wir, aber wir fanden ihn immer wieder. An Weggabelungen hielt er immer und wartete bis wir nachgekommen waren.
Als er einmal wieder auftauchte, hielt er gerade. Eine ältere Frau mit Kopftuch war dabei aus dem hinteren Teil des Wagens auszusteigen. Sie hielt eine Schüssel mit trüber Flüssigkeit in der Hand, die sie am Wegesrand ausschüttete. Danach säuberte sie die Schüssel mit etwas Wasser. Wir nutzten diese kurze Pause, um Pipi zu machen. Die Luft war frisch und fühlte sich dünn an, was nicht verwunderte. Wir befanden uns schließlich auf einer Höhe von mehr als 3000 Metern.
Die Bergabfahrt war noch gefährlicher als die Fahrt nach oben. An einer Kurve begann der Wagen zu rutschen. Wir durften nicht daran denken, was passiert wäre, wenn er plötzlich weggerutscht wäre. Wer weiß, wieviele schon von dieser unbefestigten Schotterpiste in den Abgrund gestürzt waren.
Nach einer neuen Abzweigung kamen wir in ein belebteres Dorf. Dort winkten Einheimische am Wegesrand, um ein Stück mitgenommen zu werden, doch wir wollten keine Ablenkung während dieser Fahrt.
Wir fuhren wieder bis über die Wolkengrenze hinauf und hofften die ganze Zeit, daß dieser Weg der richtige sei, und wir nicht wieder zurückfahren müßten. Unsere Bitten schienen Gehör zu finden, denn bald wurde der Weg besser und breiter. Als wir ins nächste Almdorf kamen, bestätigten uns die Bewohner, daß wir auf dem richtigen Weg nach Bayburt waren.
Dann kamen wir auf eine breite zwar nicht asphaltierte aber ausgefahrene Sandstraße. Wir atmeten auf. Jetzt konnten wir uns auch wieder auf die Schönheit der Berglandschaft konzentrieren. Die Berge glichen in keinster Weise den dicht bewaldeten Bergflanken bei Uzungöl. Hier waren sie schroff und kahl. Im wieder auftauchenden Licht der Nachmittagsonne schimmerten die Felswände in manigfaltigen Pastelltönen und glichen einem Ölgemälde.
Die Sandstraße führte in zahlreichen Serpentinen hinunter ins Tal. Tief unter uns fuhr ein orangefarbener Lkw und wirbelte eine dichte Staubwolke hinter sich auf. Als wir im Tal angekommen waren, verwandelte sich die sandige Piste ganz plötzlich in eine perfekt geteerte Asphaltstraße mit weißen leuchtenden Streifen am Rand. Ein Verkehrsschild wies in Richtung Bayburt. Wir hatten das Gefühl, daß keine Gebirgsstraße uns mehr schrecken könnte.
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Die Türkei ist ein gutes Reiseland. Man kommt mit Auto, Bus und Fahrrad gut voran. Sowohl landschaftlich als auch kulturell hat die Türkei viel zu bieten. Weiträumige Hoch- und Mittelgebirge, bewaldet oder kahl, bizarre Tufformationen, Vulkane, das Meer. In der wärmeren Jahreszeit hat man garantiert Sonnenschein . An der Küste findet man von West nach Ost große Feigen-, Orangen- und Bananenplantagen.
Ausgrabungsstätten, Klöster, Kapellen, Burgen und Schlösser zeugen von einer bewegten Vergangenheit. Moscheen, das bunte Markttreiben, die Freundlichkeit der Menschen und ein Kulturwandel spiegeln das derzeitige Leben wieder.
Fahrrad: Obwohl es kaum Reiseradler in der Türkei gibt, ist das Land bestens zum Radfahren geeignet. Im südlichen Teil des Landes sind die Straßen glatt asphaltiert. Erst wenn man hinter Sivas weiter nordöstlich fährt verschlechtet sich der Straßenbelag stetig. Der Norden ist generell weniger entwickelt und traditionsgebundener als der Süden.
Auto: Das Ausleihen von Autos ist relativ preiswert, allerdings sollte man beachten, daß Verkehrsregel in der Türkei nicht so verbindlich sind wie in Deutschland. Jeder fährt, wie er will. Beim Überholen wird grundsätzlich immer gehubt, weil die türkischen Autofahrer keine Rückspiegel besitzen;-(
Bus: Zwar gibt es in der Türkei kaum Eisenbahnverkehr, dafür sind die Busverbindungen zwischen allen Landesteilen bestens ausgebaut. Man kommt fast überall hin. Die vollklimatisierten, modernen Busse fahren rund um die Uhr und mehrmals am Tag. Die Ticketpreise sind günstig.
Übernachtung: In den größeren Orten gibt es überall Hotel. Die Ausstattung ist zwar einfacher, meist auch nicht so sauber wie bei uns, dafür ist der Preis niedrig. Für ein 2 Sternehotel im Doppelzimmer bezahlt man in Kayseri 15.000 türkische Lira. In den ländlicheren Gebieten sollte auch das Zelten problemlos sein. Von touristischen Gebieten wird man sich dann sowieso fernhalten.
Mit Menschen habe ich in der Türkei nur positive Erfahrungen gemacht. Alle sind außergewöhnlich freundlich und vorallem hilfsbereit. Meist sind es die Männer, mit denen man als Reisender zuerst in Kontakt kommt. Nicht zuletzt deshalb, weil sie meist die bessere Schulbildung haben. Wenige Türken bekennen sich zu ihren Englischkenntnissen, doch wenn man eine Frage hat, findet sich immer ein Weg dieses Problem zu überwinden.
Frauen: Im Süden an der Küste laufen die jungen Türkinnen in hautenger Kleidung herum, dagegen ist das Landesinnere und vorallem der Norden traditioneller eingestellt. Mit T-Shirt und langen Hosen bzw. Röcken kann man sich als Frau überall im Land ohne Bedenken bewegen. Die Türken begegnen alleinreisenden Frauen mit besonderem Respekt, und bieten ihnen in besonderem Maße Hilfe und Unterstützung an.
von Antalya aus mit dem Nachtbus nach Iĉel, von dort in ein kleines Dorf bei Göksun zum Henna-Abend und wieder zurück nach Iĉel. Von Taŝucu zum türkischen Teil Zyperns. Von Girne nach Gözelyurt, Lefkoŝa und Gazimagosa. Zurück nach Iĉel.
Über Niŝde nach Göreme, von Kappadokien nach Kayseri. Dann in nördliche Richtung über Sivas, Zara, Ŝ.Karahisar nach Giresun, ans Schwarze Meer. Nach Trabzon, kurz vor Rize abgebogen nach Uzungöl. Auf einer unbefestigten Straße über einen Paß nach Bayburt. Kurz nach Erzincan auf die Straße zurück nach Sivas angekommen.
In Sivas mit dem Bus nach Ankara, von dort nach Bodrun in die Westtürkei. Nächste Station Efes, bei Selĉuk. Nach Aydin, weiter nach Fethiye, an der Küste entlang bis Olympos und zurück nach Iĉel.
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